
Ein Projekt zur Förderung leistbarer gesunder Ernährung
Im Mai 2024 veröffentlichte die Gesundheit Österreich GmbH ihren Bericht zum Thema Ernährungsarmut. Er zeigt, dass das Thema dramatischer ist, als wir alle erwartet haben. Etwa 1,1 Mio Mitbürger:innen sind in Österreich davon betroffen und rund 420.000 davon sogar so schwer, dass sie nicht in der Lage sind sich jeden Tag mit Essen zu versorgen.
Selber machen, was sonst?
Der Verein Operation Grüner Daumen hat inzwischen mehr als 10 Jahre Erfahrung mit Projekten in denen wiener Bürger:innen sich selbst mit gesunden Lebensmitteln versorgen.
Wir wollen dieses Wissen teilen und damit Menschen, die von Ernährungsarmut betroffen sind, in die Lage versetzen, für sich und andere gesunde, leistbare Lebensmittel zu produzieren und zu schmackhaften Speisen zu verarbeiten.
So geht das!
Ein Jahr lang unterrichten wir Teilnehmer:innen völlig kostenlos, geben ihnen die Möglichkeit, das neue Wissen praktisch zu erproben, begleiten und beraten sie.
Im Anschluss an dieses erste Gartenjahr helfen wir unseren frisch gebackenen Grätzl:gärtnerinnen bei der Gründung eigener Gemeinschaftsgärten und bei Bedarf auch eigener Gemeinschaftsküchen.
So entstehen neue Grätzlfarmen, die künftig ebenfalls Menschen unterstützen, die von Ernährungsarmut betroffen sind.
Was erwartet dich im Projekt?
Kompaktes Gartenwissen und
8 Stunden praktische Übungen pro Woche
Für die Gemüseproduktion nützen wir aktuelle Erkenntnisse der Marktgarten-Bewegung. Profis auf diesem Gebiet sind in der Lage mit zwei Personen (2 x 40 Wochenstunden) bis zu 100 Gemüsekisterl pro Woche zu produzieren.
Teilen wir die 80 Wochenstunden auf 10 Teilnehmende auf, bleiben pro Woche nur 8 Stunden praktische Arbeit pro Grätzlgärtner:in.
Natürlich werden frisch ausgebildete Teilnehmende noch keine 100 Kisterl produzieren können. Das ist auch gar nicht notwendig.
Coaching der Teilnehmer:innen
Unsere Coaches unterstützen die Grätzlgärtner:innen einmal pro Woche.
Wir geben Tipps, wie etwas besser gemacht werden kann. Wir prüfen, ob die vorgesehenen Wochen-Aufgaben erfüllt wurden. Wenn am Ende rund ein Drittel der Profi-Ernte herauskommt sind wir schon sehr glücklich.
Mit 3 Gemüsekisterln pro Teilnehmer:in können wir zusätzlich jeweils zwei Haushalte mit frischem und gesundem Gemüse versorgen.
Unterstützung durch Fördernde Mitglieder
Grätzelkonsument:in nennen wir unsere Fördermitglieder, deren Mitgliedsbeiträge die Betriebskosten der Grätzlfarm wie anteilige Pacht, Saatgut und andere Betriebsmittel finanzieren.
So können alle mit frischen gesunden Lebensmitteln versorgt werden.

Die Kosten des „Betriebs“ einer Grätzlfarm unterscheiden sich deutlich von klassischen landwirtschaftlichen Betrieben.
Arbeit macht rund 60-70% der Gesamtkosten in der klassischen Gemüseproduktion aus.
Bei einer Grätzlfarm fallen weder in der Ausbildung, noch später im eigenen Gemeinschaftsgarten Kosten für die Arbeit an. Die Arbeit wird von Mitgliedern geleistet. Die Betriebskosten werden von Fördermitgliedern finanziert.
Legt man die Kosten auf einzelne Kisterl um, kommt man für das selbst produzierte Gemüse auf einen Wert, um den man am Markt nicht einmal ein halbes Gemüsekisterl bekommen würde.
Wohin mit dem Gemüse?
Alle können kochen!
Letztendlich soll das Gemüse natürlich in möglichst schmackhafter Form in unseren Bäuchen landen. Wie das geht, können unsere Teilnehmer:innen in der Grätzlfarm-Schulküche lernen.
Der Fokus der Ausbildung liegt am Spaß am Kochen. Wenn Handgriffe sitzen und Tipps und Tricks zu raschen Ergebnissen führen, macht kochen Freude.
Eingebettet in das gemeinsame Kochen und Essen vermitteln wir auch niederschwellig Grundlagen der Ernährungslehre.
Haltbares gehört dazu
Jahreszeiten mit wenig Ernte können mit eingelagerten Lebensmitteln gut überbrückt werden. In der Küche zeigen wir daher auch, wie man Lebensmittel richtig lagert und verschiedene Methoden wie z.B. Trocknen oder Fermentieren, um sie haltbar zu machen.
